Steigende Gaspreise

Die Gaspreise steigen und steigen, und immer mehr Verbraucher haben Schwierigkeiten, diese hohen Preise noch problemlos zahlen zu können. Doch wie kommen diese Preissteigerungen beim Gaspreis eigentlich zustande?

Einerseits haben wir natürlich die Ölpreisbindung. Diese nicht mehr zeitgemäße Koppelung an den Ölpreis soll eigentlich nur verhindern, dass die Gaskunden abhängig werden von der Marktmacht der wenigen Erdgasproduzenten. Deshalb wurde diese Branchenvereinbarung in den 60er Jahren getroffen und sie ist bis heute gültig, allerdings nicht gesetzlich verankert. Der einzige Vorteil dieser Preisbindung ist, dass sie natürlich umgekehrt wirkt, sprich wenn der Ölpreis sinkt, kann der Gaspreis von den wenigen Erdgasproduzenten weltweit nicht künstlich hoch gehalten werden. Doch in der heutigen Situation denken zurecht einige Experten und Politiker darüber nach, diese Preisbindung aufzuheben.

Ein weiteres, oft von Gaslieferanten angeführtes Problem sind die erhöhten Beschaffungskosten. Rund 80 Prozent des in Deutschland verbrauchten Erdgases muss zwangläufig aus dem Ausland importiert werden, der größte Anteil kommt aus Russland, gefolgt von Norwegen und den Niederlanden. Erhöhen die ihre Preise, kommt es natürlich zwangsläufig auch zu höheren Gaspreisen in Deutschland. Insgesamt sind die Beschaffungskosten seit dem Jahr 2006 in Relation zu den Vorjahren um 40 Prozent angestiegen. 

Zusammensetzung der Gaspreise

Der Gaspreis setzt sich aus drei Komponenten zusammen, die prozentual gesehen unterschiedlich große Anteile am gesamten Preis ausmachen, und zwar:

  • Beschaffung und Import
  • Transport und Verteilung
  • Abgaben und Steuern

Den größten Anteil machen Transport und Verteilung aus, da die meisten Erdgasversorger nicht unbedingt auch Netzbetreiber sind, und dementsprechend den ortsansässigen Netzbetreibern für jeden Verbraucher eine entsprechende Durchleitungsgebühr zahlen müssen. Der Anteil am Gaspreis liegt hier bei ungefähr 37 Prozent.
Direkt danach kommen die bereits erwähnten Beschaffungskosten, sowie die Importkosten, die gemeinsam einen Anteil von etwa 35 Prozent ausmachen.
Angaben und Steuern kommen auf einen Anteil von rund 28 Prozent am Gaspreis, jedoch rechnet natürlich auch der Gasversorger selber noch seine eigene Gewinnmarge mit rein, denn Profit muss natürlich auch gemacht werden.

Erdgas zweitwichtigster Energieträger

Man geht davon aus, dass Erdgas bis zum Jahre 2020 der zweitwichtigste Energieträger für die deutsche Bundesrepublik sein wird, und 32 Prozent des gesamten Energieverbrauchs abdecken muss.
Jedoch ist der Gaspreis seit dem Jahre 1997 kontinuierlich um rund 70 Prozent angestiegen, und für eine Leistung von 33.500 kWh jährlich zahlt man heute fast das Doppelte wie noch im Jahre 2000.

Fakt ist aber auch, dass sich die Gaspreise regional alleine teilweise um bis zu 30 Prozent unterscheiden, was dazu führt, dass es für den Gasbezug nicht mehr nur wichtig ist, einen günstigen Gasversorger zu haben, sondern auch in der richtigen Region zu wohnen. Damit sich die Preisspirale nicht mehr weiter nur nach oben dreht, prüft das Kartellamt derzeit noch Preiserhöhungen der Gasanbieter, da es in diesem Bereich leider keine eigene übergeordnete Institution - wie auf dem Strommarkt - gibt, die als Kontrollorgan für die Gasversorger dient.